Die Rolle des Einkäufers früher und heute

Vom Strategic Sourcing über die Implementierung des Lieferantenmanagements bis hin zur Einführung des E-Procurements: Der Einkauf hat sich in den vergangenen 20 Jahren stark verändert. Und mit ihm auch die Rolle des Einkäufers. Das Jobprofil entwickelt sich weg vom operativen Warenbeschaffer hin zum Generalisten mit strategischem Fokus.

Der Einkäufer von heute muss internationale Erfahrung vorweisen, als Projektmanager eine solide Figur abgeben, Moderationsfähigkeiten besitzen, interkulturelle Kompetenzen aufweisen, detaillierte Marktkenntnisse haben und vieles mehr. Kurzum: Der Einkäufer wird als Gestalter und Verantwortlicher der Wertschöpfungskette vom Lieferanten bis zum Kunden im eigenen Haus gesehen.

Bis heute keine einheitliche Ausbildung

Ein Grund für den derzeitigen Fachkräftemangel ist die fehlende einheitliche Ausbildung zum Einkäufer. So existieren bis heute keine Bildungsgänge und kaum Studiengänge, die für eine Tätigkeit im Einkauf qualifizieren. Die Einkäufer, die aktuell in Unternehmen tätig sind, stammen meistens aus verschiedenen Bereichen mit unterschiedlichen Ausbildungen. Es sind Quereinsteiger, die sich ihr Spezialwissen durch Qualifizierungen und Weiterbildungen angeeignet haben. Viele Unternehmen geben Berufseinsteigern die Möglichkeit, über ein Praktikum oder ein spezielles Traineeprogramm einen Zugang zum Einkauf zu bekommen. Eine Voraussetzung für ein Praktikum im Einkauf ist ein Studium der Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaften oder eines vergleichbaren Studiengangs. Um Hochschulabsolventen einen Einstieg zu ermöglichen, bieten Großunternehmen und Konzerne mittlerweile spezielle und oftmals international ausgerichtete Traineeprogramme im Einkauf an.

Bundesverband ist größte Anbieter von Weiterbildungsmaßnahmen

Der BME hat sich auf die Fahnen geschrieben, die personelle Situation in den Einkaufsabteilungen zu verbessern. So ist der BME mit seiner Akademie der größte Anbieter von Weiterbildungsmaßnahmen für Einkäufer im deutschsprachigen Raum. Ob Weiterbildung zum Fachkaufmann Einkauf und Logistik (IHK), diplomierten Einkaufsexperten (BME) oder diplomierten Einkaufsmanager (BME): Der Bundesverband gibt Einkäufern aus Unternehmen aller Größen und Branchen die Chance, sich in praxisorientierten Lehrgängen zielgerichtet weiterzubilden. Jährlich finden 800 Seminare, Thementage, Management-Foren und Weiterbildungslehrgänge statt.

Darüber hinaus betreibt der BME ein hauseigenes Karriereportal: Unter www.karriere.bme.de veröffentlichen Unternehmen ihre Stellenangebote und sprechen so gezielt potenzielle Bewerber für den Bereich Einkauf und Logistik an. Als Ergänzung zur Stellenanzeigenschaltung können Unternehmen Kandidaten direkt über die BME-Bewerberdatenbank rekrutieren. Einkäufer und Logistiker aller Qualifikationsstufen haben umgekehrt die Möglichkeit, kostenlos ihr anonymisiertes Kandidatenprofil auf dem BME-Karriereportal zu hinterlegen.

Wer mehr über das Thema erfahren möchte, dem seien die Fachgruppe „Personal im Einkauf“ des BME und der gleichnamige BME-Leitfaden zum Thema ans Herz gelegt.