Das kann Fulfillment leisten

Der Versand von Waren kann zu einer Herausforderung werden. Besonders dann, wenn es um große Mengen oder hohe Taktraten geht, sind manche Unternehmen damit personell oder organisatorisch überfordert. Als Problemlöser bieten sich auf Fulfillment und Logistik spezialisierte Dienstleister an. Sie übernehmen eine ganze Reihe von Funktionen im Versandprozess und entlasten so ihre Auftraggeber. Diese Fulfillment-Services sind beispielsweise möglich:
 

  • Einkauf und Beschaffungsdisposition
  • Bestellannahme
  • Lagerhaltung und Lagermanagement
  • Pick & Pack
  • Frankieren
  • Versand
  • Retourenmanagement
  • Debitorenmanagement
  • Artikelstammdatenpflege
  • Kundenservice

Im Idealfall arbeiten beide Seiten über IT-Schnittstellen zusammen und tauschen darüber relevante Daten für Fulfillment und Logistik aus.

Ob sich ein teilweises oder komplettes Outsourcing im Warenversand lohnt, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Frage: Was ist auf Dauer günstiger – eine eigene Abteilung samt Lager- und Personalkapazitäten oder der Service eines Fulfillment-Dienstleisters?

Abgesehen von den reinen Kosten gibt es weitere bedenkenswerte Kriterien, die nach den individuellen Bedürfnissen eines Unternehmens den Ausschlag für oder gegen eine Auftragsvergabe geben können. Daher im Folgenden eine Auflistung einiger Vorteile und Nachteile von Outsourcing im Warenversand.
 


Vier Vorteile von Fulfillment

  • Je nach Auftragsumfang entfällt für den eigenen Produktversand der organisatorische, personelle und logistische Aufwand sowie die Bereitstellung von Lagerkapazitäten.
  • Der Service der Dienstleister lässt sich flexibel gestalten. Möglich sind z. B. eine dauerhafte Übernahme des kompletten Versandprozesses oder nur der einmalige Einzelversand.
  • Fehlt eigene Expertise, lässt sich das Know-how von Dienstleistern einsetzen, etwa für den Überseeversand oder für Pflege und das Marketing des eigenen Online-Shops.
  • Outsourcing schafft Freiräume, die die Auftraggeber für eine stärkere Konzentration auf ihr Kerngeschäft nutzen können.

Vier Nachteile von Fulfillment

  • Die Kosten pro Versand können beim Outsourcing von Fulfillment und Logistik (deutlich) höher ausfallen als bei der Eigenleistung.
  • Die Implementierung des Dienstleisters in die eigene Organisation erfordert anfangs viel zeitlichen und finanziellen Aufwand, unter anderem für die Verknüpfung der IT-Systeme.
  • Die Kontrolle des Warenversands wird für die Auftraggeber schwieriger, weil sie weniger Einfluss auf dessen Prozesse haben. Das kann z. B. bei Retouren zu Verzögerungen führen oder zu Problemen mit den Kunden, wenn der Dienstleister nicht über individuelle Absprachen zwischen ihnen und seinem Auftraggeber informiert ist.
  • Individuelle Verpackungen oder Brands sind oft nicht möglich.

Fazit

Lohnt sich Outsourcing von Fulfillment – ja oder nein? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Klar ist, dass viele Dienstleister ein großes Spektrum an Funktionen bieten. Allerdings lassen sie sich ihre Unterstützung oft gut bezahlen.

Deshalb kommt es auf den Einzelfall an. Im Kern geht es beim Für und Wider um diese Punkte:
 

  • Preiswürdigkeit
  • Servicebandbreite
  • Versandtempo
  • Endkundenzufriedenheit

Bewältigt das Unternehmen den Versand aus eigener Kraft, oder wann benötigt es die Unterstützung durch einen Spezialisten? Ist eine gute Kommunikation zwischen den Partnern, besonders hinsichtlich der IT-Schnittstellen, möglich und effektiv? Solche Fragen muss jedes Unternehmen für sich selbst beantworten.

Wenn nicht grundsätzlich, kann das Outsourcing von Fulfillment und Logistik für eine begrenzte Zeit sinnvoll sein. Zum Beispiel bei einem starken Wachstum, das die eigenen Kapazitäten zunächst übersteigt. Oder auch, um kurzfristige Auftragsspitzen aufzufangen oder um einmalige Kampagnen zu übernehmen.