Was ist Diversity Management?

Diversity Management ist ein Teilbereich des Personalmanagements, bei dem die unterschiedlichen Fähigkeiten und Eigenschaften der Mitarbeiter genutzt werden, um die Unternehmensziele zu erreichen. In der Vergangenheit diente Diversity Management vor allem dazu, Diskriminierung in der Arbeitswelt zu bekämpfen und gleiche Chancen für Männer und Frauen, für behinderte und nichtbehinderte Menschen sowie für inländische und ausländische Arbeitskräfte zu ermöglichen. Mittlerweile ist Diversity Management aber zu einem wichtigen Instrument geworden, das die unterschiedlichen Eigenschaften, Hintergründe und Erfahrungen von Mitarbeitern betont und gezielt zum Nutzen eines Unternehmens einsetzt.

Diversität rechnet sich

Zahlreiche Großunternehmen nutzen Diversity Management als strategisches Instrument. Dabei geht es um mehr als nur um sozialen Anstrich. Diversitäts-Strategien rechnen sich betriebswirtschaftlich: Studien belegen, dass Firmen, die auf Diversity setzen, neue Kundengruppen erreichen, die Arbeitsatmosphäre verbessern und sogar Krankheits- und Fehlzeiten reduzieren können.

Frauen im Einkauf rechnen sich

Frauen gehört die Zukunft im Einkauf – das zeigt die Studie „Women in Procurement“, für die die Unternehmensberatung Oliver Wyman in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) eine europaweite Befragung von rund 200 Chief Procurement Officern durchgeführt hat. Fakt ist demnach: Diversität, vor allem der Einsatz von Frauen im Einkauf, lohnt sich. So ergab die Umfrage, dass Unternehmen mit einem Frauenanteil von weniger als 20 Prozent ihre Kosten im Einkauf nur um gut drei Prozent pro Jahr reduzieren. Bei diversen Teams mit einer Frauenquote von 40 bis 50 Prozent summieren sich die Einsparungen dagegen im Durchschnitt auf 5,7 Prozent pro Jahr.

Deutschland mit Nachholbedarf bei der Frauenquote

Noch ist Diversity Management in vielen Unternehmen nur ein Schlagwort. Besonders in der Beschaffung besteht noch hoher Nachholbedarf, was die Frauenquote angeht. Das belegen auch die Statistiken über Frauen in Führungspositionen: Mit nur vier Prozent weiblichen Vorständen landet Deutschland unter den führenden Industrienationen auf dem letzten Platz. Gleichauf mit Indien.

Die Fachgruppe women@bme

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik hat bereits im Jahr 2010 die Fachgruppe „Frauen im Einkauf“ gegründet. Sie soll Frauen helfen, die Weichen für ihre berufliche Karriere zu stellen. Das erfolgt zum Beispiel über Mentoring-Programme, bei denen erfahrene Kolleginnen ihr Wissen an Berufseinsteigerinnen weitergeben. Zudem hat der BME einen Leitfaden zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie veröffentlicht. Im April 2016 fand darüber hinaus erstmals das Fachforum „Frauen erfolgreich im Einkauf“ statt.

Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch unser Interview mit Ilka Mogras, Leiterin „Frauen im Einkauf“ beim BME.