Transportverpackungen laut Verpackungsverordnung

Rund um die Transportverpackungen gibt es verschiedene Vorschriften, die in der Verpackungsverordnung – VerpackV – zusammengefasst sind. Deren erklärtes Ziel ist die Vermeidung von Verpackungsabfällen und Wiederverwertung von Verpackungsmaterialien. Laut Verordnung gibt es mehrere Arten von Verpackungen, nämlich:

  • Verkaufsverpackungen, die die Ware für den Endverbraucher verpacken
  • Umverpackungen als zusätzliche Verpackungen zu den Verkaufsverpackungen
  • Transportverpackungen

  Letztere sollen laut Verordnung den Warentransport erleichtern und die Waren vor Schäden bewahren. Die Transportverpackung fällt ausschließlich in der Handelskette an, mögliche Arten sind Paletten, Schrumpffolien und Kartons, die mehrere Verkaufseinheiten enthalten. Laut Verordnung sind Hersteller oder auch Vertreiber verpflichtet, die Transportverpackung nach Gebrauch zurückzunehmen. Damit unterscheidet sich diese Verpackungsart von den anderen Varianten, deren Entsorgung zum Beispiel über das Duale System geregelt ist. 

Die Materialien im Überblick

Transportverpackungen werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Kriterien für die Verwendung sind die Kosten, die Art der zu transportierenden Waren und die Möglichkeiten zur Entsorgung. Die Form der Verpackung hängt von der Form und Größe des Verpackungsgutes ab. So gibt es feste Formen wie Fässer oder Kisten. Für flüssige Waren kommen Kanister oder Container zum Einsatz. Für die individuelle Verpackung verwenden die Hersteller Schrumpffolien, Kartonagen, Paletten, Säcke oder geschäumte Materialien. Folgende Arten von Transportverpackungen sind gängig und zahlreiche im Einsatz:

  • Paletten zum Transport von Getränke- oder Konservendosen, in Kombination mit Folie
  • ESD-Verpackungen für elektronische Geräte zur Vermeidung elektrostatischer Aufladung, zum Beispiel als elektrisch leitfähige Luftpolsterfolie oder als elektrisch leitfähiger Beutel, ableitbare Folien und Schaumverpackungen oder Abschirmbeutel
  • Transportkisten aus Kunststoff in faltbarer oder fester Ausführung, zum Beispiel zum Transport von Molkereiprodukten
  • Stabile Holzkisten für den Transport von Maschinen und Motoren

In vielen Fällen werden die einzelnen Transportverpackungen auch kombiniert. So entsteht eine stabile und sichere Umverpackung, die dafür sorgt, dass die Ware schnell und sicher ans Ziel gelangt. 

Hilfsmittel für die Transportverpackung

Nicht nur die Umverpackungen selbst, auch die Hilfsmittel für den schadensfreien Transport gehören zu dieser Verpackungskategorie. Verpackungschips dämpfen bei Stürzen oder anderen mechanischen Einflüssen den Aufprall, Antikondensationsbeutel sorgen dafür, dass sich kein Kondenswasser bildet. Auch Luftpolster- oder Schaumstofffolie kommt als Füllmaterial zum Einsatz. Häufig werden auch Wellpappe oder Bögen aus starkem Papier verwendet, um Hohlstellen innerhalb der Verpackung aufzufüllen und die Ware zu schützen. 

Schrumpfen und Stretchen

Verpackungsfolien kommen als sichere Verpackung mit wenig Materialeinsatz besonders häufig zum Einsatz. Generell gibt es zwei Arten der Handhabung:

  • Bei der Schrumpfverpackung wird das Packgut mit einer sogenannten Schrumpffolie umschlossen und verschweißt. Anschließend wird die Folie aus PE- oder Weich-PVC, die in Abhängigkeit von der Packware in verschiedenen Stärken eingesetzt wird, im Schrumpfofen oder mit einem Handgerät erwärmt. Beim Abkühlvorgang verliert die Folie an Länge und schmiegt sich mit geringem Druck, aber stabil um den Inhalt. Die nötige Reißfestigkeit ist in der DN 53 371 festgelegt. Soll die Schrumpffolie auch der Transportsicherung dienen, ist die VDI Richtlinie 3968, Blatt 4 maßgeblich.
  • Streckverpackungen dagegen bestehen aus unter Spannung stehenden Flachfolien, die wendelförmig um die Ware gewickelt werden. Auch hier kommen PE- oder PVC-Weich-Folien zum Einsatz. Die Streckverpackung eignet sich für Packgut mit geringem Gewicht und festem Verbund der einzelnen Artikel. Die offenen Enden werden versiegelt, durch die gehaltene Spannung wird die Ware stabil zusammengehalten.

Neben ihrer Aufgabe als sichere Transportverpackung bieten die beiden Verpackungsarten noch einen weiteren Vorteil: Sie dienen als psychologischer Diebstahlschutz. Denn durch die Verwendung von undurchsichtigen und nur schwer zu öffnenden Stretch- oder Schrumpfverpackungen bleibt der Inhalt für unbefugte Dritte buchstäblich verschlossen. 

Transportverpackungen von morgen

In Anbetracht des großen Müllaufkommens durch Verpackungsmaterial wird bereits seit vielen Jahren an umweltfreundlichen Verpackungsmaterialien geforscht. Ein bereits längst gängiges Beispiel sind Verpackungschips aus Maisstärke statt aus aufgeschäumtem Kunststoff. Die Chips können mehrfach wiederverwertet, oder als Kompost biologisch vollständig abgebaut werden. Eine energetische Verwertung ist ebenso zulässig. Auch Folien und Verbundverpackungen bestehen heute schon aus nachwachsenden Rohstoffen. Sie werden als Biokunststoff bezeichnet. 

Transportverpackungen entsorgen

Haben die Transportverpackungen die Waren sicher ans Ziel gebracht, ist ihre Aufgabe oft erfüllt. Eine Ausnahme bilden Transportverpackungen, die sich auf dem Weg zum Verbraucher in Verkaufsverpackungen verwandeln. Dies ist zum Beispiel bei vielen Elektrogroßgeräten wie Fernseher, Waschmaschine oder Kühlschrank der Fall. Durch die Pflicht zur Entsorgung durch den Hersteller bzw. Vertreiber der enthaltenen Ware laut Verpackungsverordnung wurden für Transportverpackungen, die auch welche bleiben, verschiedene Lösungen geschaffen. So haben sich Entsorgungs- bzw. Verwertungsbetriebe gebildet. Diese Entsorger lösen viele Probleme wie zum Beispiel die Lagerung und Sortierung der Materialien oder auch anfallende Transportwege. Aufgrund des Bedarfs haben sich branchenspezifische Anbieter und Abläufe entwickelt. Diese entlasten die Hersteller und Händler und arbeiten nach unterschiedlichen Systemen zur Abwicklung und Abrechnung. 

Sicher verpackt – zuverlässig entsorgt

Der sichere Transport von Waren stellt einen unverzichtbaren wirtschaftlichen Aspekt dar. Ist ein Transportgut nicht ordnungsgemäß verpackt, kann es zu Schäden kommen, die die Ware unbrauchbar machen, was zu Zusatzkosten und Zeitverlust führen kann. Moderne Transportverpackungen bieten ein Maximum an Sicherheit, insbesondere dann, wenn beim Verpacken sorgfältig und fachgerecht vorgegangen wird. Die Entsorgungsproblematik insbesondere nicht recyclingfähiger Materialien wird sich sicher in den nächsten Jahren noch verringern. Schon heute kommt vielfach wiederverwertbares Verpackungsmaterial zum Einsatz. Durch die Verpflichtung zur Entsorgung und die Systematik in diesem Bereich ist der Umgang mit dem Material nach seinem Gebrauch rechtssicher geregelt.