30 Jahre Der Grüne Punkt in Deutschland

Im Laufe der 80er-Jahre stieg das Umweltbewusstsein der Deutschen signifikant. Um der emporsteigenden Müllberge Herr zu werden und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft in Gang zu bringen, verpflichtete eine neue Verpackungsordnung Handel und Industrie, ihren Verpackungsmüll zurückzunehmen und zu recyceln. Um diese Aufgabe den Unternehmen nicht selbst überlassen zu müssen, wurde von Industrie und Handel im Jahr 1990 zu Selbsthilfezwecken Der Grüne Punkt gegründet. 

Das Unternehmen kümmert sich seitdem um die Abfuhr und Sortierung der Verpackungsabfälle, die heute in den gelben Tonnen oder Säcken landen, also Plastikverpackungen, Weißmetalle und Aluminiumverpackungen. Daraus gewinnt Der Grüne Punkt Sekundärrohstoffe und führt diese in den Wirtschaftskreislauf zurück. Dafür erhebt die Firma Gebühren von den Müllverursachern. Der Grüne Punkt ist bis heute ein etabliertes Lizenzzeichen für einen nachhaltigen Umgang mit den Resten, die der Konsum mit sich bringt. 

Bis 2009 musste jede Verkaufsverpackung, die unter die Verpackungsverordnung fiel, den Grünen Punkt tragen, andernfalls drohten dem Hersteller Strafen. Mit einer Neufassung der Verpackungsordnung wurde die Kennzeichnungspflicht aufgehoben. Trotzdem ist Der Grüne Punkt auch heute noch auf Verpackungen in ganz Europa zu finden und steht dort für wiederverwertbares Material, das auch nach dem Wegwerfen noch Verwendung findet.

Wettbewerber in der Abfallbranche

Aus einer Selbsthilfeorganisation der Privatwirtschaft, um der Verpackungsordnung gerecht zu werden, wurde im Laufe der Jahre ein gewinnorientiertes Unternehmen. Seit 2003 muss sich Der Grüne Punkt gegen zahlreiche Wettbewerber behaupten. Diverse Unternehmen, die mit unterschiedlichen Kennzeichen arbeiten, bieten in ganz Europa Sammel- und Recyclingsysteme für Verpackungsabfall an. 2020 waren allein in Deutschland neun duale Systeme zugelassen, die gebrauchte Verkaufsverpackungen verwerten. Vor allem die Firma Belland Vision macht dem Grünen Punkt in Deutschland Marktanteile streitig. Beide Unternehmen kommen bei der Verwertung von Plastikmüll je nach Bundesland auf 16 bis 18 Prozent. Der große Vorteil dieser Wettbewerbssituation: Zwischen 2000 und 2015 haben sich die Kosten für das duale System nach Angaben von Der Grüne Punkt halbiert.

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Der Grüne Punkt stellt selbst Recyclingkunststoffe her

Seit 2010 stellt Der Grüne Punkt selbst Recyclingkunststoffe her, sogenannte Systalen Rezyklate. Mittlerweile betreibt die GmbH zusätzlich zu seinen zwei Recycling-Werken für Kunststoffabfall aus dem Gelben Sack auch noch eine Stätte zur Produktentwicklung aus Recyclingkunststoffen. Zudem unterstützt Der Grüne Punkt Firmen bei der Entwicklung nachhaltiger Verpackungsdesigns.

Umweltbilanz von Der Grüne Punkt

Welchen Einfluss Der Grüne Punkt und seine Mülltrennung auf Umwelt und Klima hat, fasst das Unternehmen in seiner gutachterlich bestätigten Umweltbilanz zusammen. Dafür wird der Verbrauch von Energie und Ressourcen und die Menge der Emissionen, die bei den einzelnen Prozessen im Recycling entstehen, den Vorteilen der Mülltrennung gegenübergestellt. Dazu gehören beispielsweise die Energieeinsparung durch die Verwendung von Sekundärrohstoffen oder der geringere Verbrauch von Rohöl. Nur wenn die Herstellung eines recycelten Produktes zu einer Einsparung von Energie, klimaschädlicher Gase oder anderer Wirkungskategorien gegenüber der Primärproduktion führt, ist das Recycling ökologisch sinnvoll.

Nach den Angaben des Unternehmens wurden durch das Recycling im Jahr 2019 beispielsweise 1,02 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden. Das entspricht der jährlichen CO2-Emission von 85.000 Menschen in Deutschland. Darüber hinaus wurden
 

  • 43 Milliarden Megajoule weniger Primärenergie verbraucht
     
  • 317.000 Tonnen Rohöl-Äquivalente eingespart
     
  • 3,8 Millionen Kilogramm Schwefeldioxid-Äquivalente vermieden
     
  • 685.000 Kilogramm Phosphat-Äquivalente vermieden.