Nachhaltigkeit als Trend in der Verpackungstechnik

Immer mehr Unternehmen setzen verstärkt auf Nachhaltigkeit. Denn ökologisches Handeln verbessert nicht nur das Image, sondern wirkt sich aus vielerlei Gründen positiv auf den Geschäftserfolg aus:

  • Unternehmen mit einer Nachhaltigkeitsstrategie sind oft innovationsstärker.
  • Das Recruiting profitiert, da sich viele Jobsuchende mit einer grünen Philosophie identifizieren.
  • Für nachhaltige Produkte können höhere Preise verlangt werden.

Auch die Verpackungsindustrie, die unter ökologischen Gesichtspunkten aufgrund der Verwendung von unnötigem und oft umweltschädlichem Verpackungsmaterial kritisch beäugt wird, folgt diesem Trend. Nicht nur aufgrund des zunehmenden Umweltbewusstseins seitens der Verbraucher, sondern auch wegen gesetzlicher Vorgaben. So fordert die Europäische Union die Implementierung einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffverpackungen. Die Anforderungen an das Recycling von Verpackungen steigen im Laufe der kommenden Jahre weiter an.

Ansprüche an nachhaltige Verpackungen

Nachhaltige Verpackungen bestehen aus weniger Material, verbrauchen bei der Herstellung weniger Ressourcen, minimieren das Transportvolumen auf allen Ebenen und können einfach recycelt werden. Dabei müssen der sichere Transport des Inhalts sowie die Haltbarkeit von verderblichen Produkten weiterhin gewährleistet werden.

Um diese Ziele erreichen zu können, wird die Industrie ihren Verpackungsprozess anpassen müssen. Zur Verarbeitung neuer Verbundstoffe, Rezyklate oder Biokunststoffe benötigen Unternehmen mitunter neue Verpackungsanlagen, zur Herstellung klimaneutraler Verpackungen müssen emissionsarme Produktionstechnologien verwendet und gegebenenfalls regionale Lieferanten gesucht werden. Und nur wenn Verbundstoffe, Beschichtungen und Folierungen ebenfalls zu recyceln sind, ist sichergestellt, dass das gesamte Verpackungsmaterial nach der Verwendung wieder als neuer Rohstoff zur Verfügung steht.

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Zwei Erfolgsbeispiele: Nachhaltige Umreifungsbänder und Verpackungen aus Pflanzenfasern

1. Linder GmbH

Die Linder GmbH aus Buchholz i.d. Nordheide stellt Umreifungsbänder aus Kunststoff her. Seit 2018 greift das B2B-Unternehmen für die Produktion von PET-Umreifungsbändern ausschließlich auf recycelte PET-Flaschen zurück. Über 200 Millionen Flaschen verwertet der Betrieb pro Jahr: Die Flaschen werden gewaschen, geschreddert und nach Farben sortiert. Die sogenannten PET-Flakes werden dann kristallisiert, im Extruder aufgeschmolzen, verstreckt und gewickelt. Durch diesen Sekundärprozess, der ohne Anzapfen der fossilen Energieträger auskommt, spart die Linder GmbH jährlich 17.500 Tonnen C02-Emissionen ein.

Darüber hinaus verwertet die Firma auch den Bandmüll vollständig, der während der Produktion entsteht oder bei Großverbrauchern anfällt. Aus den Resten entsteht durch Agglomeration neues PET-Granulat. So wird ein innerbetrieblicher Kreislauf sichergestellt.

2. Papacks Sales GmbH

Der Verpackungshersteller Papacks produziert Verpackungen auf der Basis von sekundären und schnell nachwachsenden Rohstoffen. Dazu gehören recycelte Papierfaser, Frischfaser oder auch Fasern aus einjährigen Pflanzen wie Grünschnitt, Nutzhanf, Algen, Bagasse und Miscanthus. Einwegplastik soll komplett vermieden werden.

Ob Eierboxen, Kaffeekapseln oder technische Verpackungen: Diverse Umhüllungen lassen sich aus natürlichen Roh- und Reststoffen herstellen, die in einem speziellen Fasergussverfahren aufbereitet werden. Maßgeschneidert für den Kunden entstehen Produkte, die mehrfach genutzt und recycelt werden können und damit der geforderten Kreislaufwirtschaft gerecht werden.

Weitere Beispiele für nachhaltige Verpackungen

Auch eine Reihe von ungewöhnlichen Beispielen zeigt, dass umweltfreundliche Verpackungen kreativ umgesetzt werden. So gibt es von Avery Dennison biologisch abbaubare Folien aus Zuckerrohr-Ethanol, Styropor-Alternativen aus biologischen Abfällen und Pilzen des US-Unternehmens Ecovative oder eine Verpackungsfolie aus Milch von Peggy Tomasula, die essbar, biologisch abbaubar und sogar effektiver als eine Folie auf Ölbasis sein soll.