Hohe Recyclingquote bei Weißblechverpackungen in Deutschland

Die Recyclingfähigkeit und Nachhaltigkeit von Verpackungen nimmt für Verbraucher in Deutschland einen immer höheren Stellenwert ein. Damit sind Unternehmen gezwungen, ihre Produkte möglichst ressourcenschonend zu verpacken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei sind Metallverpackungen vor allem hinsichtlich der Wiederverwertbarkeit eine umweltfreundliche Option.

Benutzte Konservendosen beispielsweise bestehen in der Regel aus Weißblech. Dieses Material wird in Deutschland nach Angaben des Verbandes Metallverpackungen e.V. (VMV) bereits zu mehr als 90 Prozent recycelt, EU-weit zu mehr als 80 Prozent. Damit übertrifft die Recyclingquote die gesetzlichen Vorgaben deutlich – in Deutschland werden im Jahr 2021 nur 80 Prozent gefordert, in der EU sogar nur 70 Prozent.

Da Konserven nahezu sortenrein sind, können sie mit anderen Dosen zusammen zu Schrottwürfeln gepresst werden. Nach dem Einschmelzen werden sie im Stahlwerk wieder zu Rohstahl verarbeitet. Daraus entstehen die nächsten Produkte und der Kreislauf beginnt von Neuem. Wiederverwertet können Konservendosen nicht nur als Basis für neue Konserven dienen, sondern finden in vielen Bereichen Verwendung, beispielsweise in der Automobil- oder Schiffbauindustrie.
 

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Branchenlogo „METAL recycles forever“

Um das Image von Metallverpackungen aufzuwerten, hat der Verband für eine europaweite Brancheninitiative das Logo „METAL recycles forever“ konzipiert, das für alle Marktteilnehmer gedacht ist, die Verpackungen und Verschlüsse aus Metall herstellen und verwenden. So können beispielsweise Füllguthersteller mit dem Logo deutlich machen, dass sie mit dem eingesetzten Material eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft ermöglichen. Das Logo steht registrierten Nutzern auf www.metalrecyclesforever.eu in 17 Sprachen zum Download zur Verfügung.

Wie sehr sich das Logo auf die Kaufentscheidung der Verbraucher auswirken kann, ermittelte das Marktforschungsunternehmen Ipsos im Auftrag des europäischen Dachverbands der Metallverpackungsindustrie Metal Packaging Europe. Danach gaben 88 Prozent der in sieben europäischen Ländern befragten Studienteilnehmer an, dass das Logo ihre Kaufentscheidung positiv beeinflussen würde.

Metallverpackungen werden auch kritisch gesehen

Außerhalb des Verbandes werden Metallverpackungen hinsichtlich ihrer Umwelteigenschaften jedoch nicht uneingeschränkt positiv bewertet. Das liegt in erster Linie am energieintensiven Herstellungsprozess und vergleichsweise hohen Gewicht. Denn diese beiden Faktoren würden laut dem Heidelberger ifeu-Institut nicht nur bei der Herstellung, sondern auch beim Transport für hohe Klimagas-Emissionen sorgen. Das träfe allerdings in noch höherem Maße auf Glasverpackungen zu, die alternativ zu Metallkonserven verwendet werden.