Oberfläche vorbereiten durch Entlacken für einen neuen Lackanstrich

Das Entlacken ist eine Form der Oberflächenbehandlung. Alle lackierten Oberflächen, beispielsweise von Fahrzeugen, Maschinen oder Gartenmöbeln, können entlackt werden. Alte Lackschichten werden entfernt, dazu lassen sich verschiedene Verfahren anwenden. Mit dem Entlacken werden auch leichte Roststellen entfernt. Die Oberfläche kann nach dem Entlacken beliebig behandelt werden, um das Werkstück wieder wie neu zu machen.

Entlacken – wann ist das erforderlich?

Ist der Lack in die Jahre gekommen, platzt er ab oder ist er brüchig und zeichnen sich Roststellen ab, dann wird es Zeit für die Entlackung. Rost ist der Feind des Metalls, er kann große Löcher hineinfressen. Mit dem Entlacken bieten Sie dem Rost Paroli, es ist Voraussetzung, damit eine Entrostung erfolgen kann. Auch dann, wenn noch keine Roststellen sichtbar sind, kann entlackt werden, wenn das Werkzeug eine neue Lackierung erhalten soll.

Verfahren für das Entlacken

Das Entlacken kann mit verschiedenen Verfahren erfolgen:

  • Chemisches Entlacken
  • Mechanisches Entlacken
  • Thermisches Entlacken
  • Kryogenes Entlacken
  • Entlacken mit Laserlicht

Welches Verfahren angewendet wird, hängt vom Material sowie von der Größe und Beschaffenheit des Werkstücks ab.

Bevor das Werkstück entlackt wird, sollte es gesäubert werden, oberflächliche Verschmutzungen können abgewaschen werden. Je nach Beschaffenheit des Werkstücks lassen sich stärkere Verschmutzungen auch mit Wasserdruck oder im Wasserbad entfernen. Je nachdem, welches Verfahren angewendet wird, muss das Werkstück vor dem Entlacken trocknen.

Chemisches Entlacken

Temperaturempfindliche Werkstücke können chemisch entlackt werden. Abhängig vom Werkstück bestehen verschiedene Möglichkeiten:

  • Alkalische Entlackung bei 75 bis 95 Grad; eignet sich für Stahlseile, Stahlbleche oder Magnete
  • Saure Entlackung bei 80 bis 85 Grad; eignet sich für Aluprofile, Motorteile oder Aluminiumfelgen
  • Lösemittel-Entlackung bei 80 bis 150 Grad; eignet sich für Werkstücke, bei denen die Oberfläche nicht angegriffen werden darf

Die chemische Entlackung erfolgt in einem Chemikalienbad, in dem sich das Werkstück über mehrere Stunden befindet. Sind noch Lackreste am Werkstück, können diese mit Wasserhochdruck entfernt werden.

Ist eine Entlackung im Chemikalienbad aufgrund der Beschaffenheit des Werkstücks nicht möglich, kann die Oberfläche auch mit Säure oder Lauge abgebeizt werden.

Mechanisches Entlacken

Beim Entlacken unter mechanischen Einflüssen wird häufig das Strahlverfahren angewendet. Hier kommen verschiedene Strahlverfahren zum Einsatz, gebräuchlich sind Sandstrahlen, Druckluftstrahlen, Druckwasserstrahlen, Feuchtstrahlen, Trockeneisstrahlen, Schleuderstrahlen oder Nassdruckluftstrahlen. Dieses Verfahren eignet sich für Unterböden, Fahrradrahmen oder Gartenmöbel.

Der Lack lässt sich auch rein mechanisch durch Bürsten, Kratzen oder Schleifen entfernen. Das Abschaben des Lackes kann in Kombination mit Wärme erfolgen. Der Lack wird erwärmt und lässt sich dann leichter abschaben. Die mechanischen Verfahren sind aufwendig und daher für kleinere Oberflächen geeignet.

Thermisches Entlacken

Das thermische Entlacken unter hohen Temperaturen kann bei temperaturunempfindlichen Werkstücken erfolgen, beispielsweise bei Gitterrosten, Zäunen, Fenstergittern, Maschinenteilen oder Eisenkonstruktionen. Die Werkstücke werden in einem Pyrolyseofen bei Temperaturen von 385 bis 430 Grad behandelt. Eventuelle Reste von Lack lassen sich durch Strahlverfahren oder chemisch entfernen.

Kryogenes Entlacken

Das kryogene Entlacken erfolgt unter sehr niedrigen Temperaturen und kann bei hitzeempfindlichen Werkstücken angewendet werden. Dieses Verfahren ist geeignet, wenn zwei verschiedene Materialien wie Metall und Kunststoff miteinander verbunden sind. Das Werkstück wird in flüssigem Stickstoff oder mit Kohlendioxid abgekühlt, die Beschichtung versprödet. Die unterschiedliche Wärmedehnung der Materialien fördert die Ablösung vom Untergrund. Mit Abklopfen kann das Verfahren unterstützt werden. Noch verbliebene Lackreste lassen sich durch Nachstrahlen oder chemisch entfernen. Dieses Verfahren eignet sich für Lastketten und weitere geprüfte Anschlagmittel, für stark verlackte Magnete oder dicke Lackschichten auf Aluminium.

Entlacken mit Laserlicht

Das Entlacken mit Laser bietet viele Möglichkeiten für die Anwendung. Es kann für großflächige Bereiche ebenso wie für Teilbereiche angewendet werden. Einzelne Schichten können selektiv abgetragen werden. Dieses Verfahren ist dann sinnvoll, wenn ein Werkstück über mehrere Lackschichten verfügt und nur die obere Schicht abgetragen werden soll. Der Laser ermöglicht eine hohe Geschwindigkeit. Das Trägermaterial wird bei diesem Verfahren nicht beschädigt.

Der entscheidende Vorteil bei dem Entlacken mit Laserlicht ist die Präzision, eine Nachbehandlung ist nicht erforderlich, da alle Lackstellen entfernt werden können. Für das partielle Entlacken eignet sich dieses Verfahren zum Vorbehandeln für das Löten oder Schweißen sowie zum Erzeugen von Massekontaktpunkten. Ein selektives Entlacken ist für Kunststoff- und Faserverbundteile möglich. Großflächig kann dieses Verfahren für Flugzeuge und Stahlbauteile angewendet werden.

Entlacken – das grundsätzliche Prinzip

Beim Entlacken werden alte Lackschichten entfernt, dazu sind verschiedene Verfahren möglich. Bevor das Werkstück entlackt wird, muss es gesäubert werden. Zumeist müssen Lackrückstände chemisch oder mechanisch entfernt werden. Wurde das Werkstück entlackt, kann es beliebig behandelt werden, beispielsweise durch Entrosten oder eine Neulackierung.