Disruptive Beschaffung: Praxis im Einkauf neu definiert

Disruptive Beschaffung beschreibt ein völlig neues Selbstverständnis des Einkaufs. Hintergrund ist eine Studie von A.T. Kearney, die konstatiert:

Einkäufern wurde abgewöhnt, ihrem Unternehmen echten Mehrwert und einen Wettbewerbsvorteil zu bieten. Disruptive Beschaffung ist ein innovatives Konzept für die Top-Management-Ebene, das die Rolle des Einkaufs neu definiert.“

So sollen mit alternativen Strategien Innovationen auf den Weg gebracht werden und der Einkauf kann dabei helfen, neue Produkte zu entwickeln, weil er weiß, was der Kunde will und braucht und zugleich Kenntnis darüber hat, welche Produkte von welchem Lieferanten dazu passen.

Begriffsklärung: Was bedeutet disruptiv?

Der Begriff disruptiv stammt vom englischen „disrupt“, das soviel wie „zerstören“ oder auch „unterbrechen“ bedeutet. Und so gestalten sich auch disruptive Prozesse in der Wirtschaft: Ein bewährtes Geschäftsmodell wird durch ein völlig neues abgelöst.

Im Zuge dessen ist es allerdings notwendig, dass der Einkäufer bestimmte Kenntnisse über das Unternehmen und seine aktuelle Rolle hat.

  • Weiß er, wie wichtig er für sein Unternehmen ist?
  • Wie ist es um den Wert, den das Unternehmen für seine Kunden hat, bestellt?

Je nachdem, wie die Antworten auf diese Fragen ausfallen, lassen sich A.T. Kearney zufolge unterschiedliche Evolutionsstufen der Einkaufsabteilung definieren. Insgesamt neun verschiedene Ansätze fand die Unternehmensberatung heraus:

  • Desktop Procurement
  • Plan zur Wertschöpfung
  • Funktionsanalyse
  • Lieferanten-Fitness-Programm
  • Kollaborative Geschäftsentwicklung
  • Core Cost Engineering
  • Vorgeschriebene Wertschöpfung
  • 360-Grad-Lieferantenentwicklung
  • Vollständige Disruption

Desktop Procurement beschreibt die Stufe mit dem niedrigsten Wertschöpfungspotenzial. Einkäufer, die so arbeiten, verfügen über wenig Wissen über die abgefragten Punkte. Stattdessen leisten sie noch in „alten“ Ansätzen Schreibtischarbeit. Die vollständige Disruption kann beginnen, wenn das Wissen über beide Werte sehr hoch ist. Sie kann die komplette Erneuerung von Produkten oder Services nach sich ziehen – erzielt durch das Know-how der Einkaufsabteilung.

Disruptive Procurement Framework

Quelle: A. T. Kearney-Analyse