Was ist CPFR?

CPFR (Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment) ist ein strategischer Ansatz im Bestandsmanagement, bei dem alle Informationen entlang der Lieferkette zusammengeführt und allen Akteuren verfügbar gemacht werden. Ziel des CPFR ist es, Nachfrageschwankungen zwischen Händlern und Herstellern einzudämmen und so die Effizienz eines Unternehmens zu steigern.

Die Vorteile von CPFR:

  • Steigerung von Umsatz und Kundenbindung
  • Erhöhung der Produktverfügbarkeit am POS
  • Verbesserung der Erfolgsquote von Verkaufsförderungsmaßnahmen
  • Steigerung der Genauigkeit von Bedarfs- und Bestellprognosen
  • Bessere Planbarkeit von Absatzspitzen hinsichtlich Produktion, Bestand und Lieferung
  • Reduzierung von Sicherheitsbeständen und Vermeidung von Versorgungsengpässen
     

CPFR ist eine Weiterentwicklung von ECR

ECR (Efficient Consumer Response) und CPFR sind in ihren Grundannahmen und ihrer Zielrichtung identisch: Beide Strategieansätze verfolgen das Ziel, die Wünsche des Konsumenten effizient zu befriedigen. Beide Ansätze zeichnen sich durch ihren kooperativen Charakter aus und beide schließen Servicedienstleister in die Planung und Steuerung von Beschaffungs- und Vertriebsprozessen mit ein.

Und doch stellt ECR nur eine Teilmenge von CPFR dar. CPFR ist eine Weiterentwicklung von ECR auf Logistikebene. Es zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass innovative Technologien genutzt werden. So bindet CPFR den Austausch von Prognosedaten in den kooperativen Wertschöpfungsprozess mit ein und nutzt internetbasierte Kommunikationsverfahren für die Ausführung integrierter Prozessgeschäftsketten. So lässt sich CPFR als Werkzeug für den Aufbau eines weltweiten Stammdatenmanagements nutzen, das auch elektronische Marktplätze in den Beschaffungsprozess integriert.

Dennoch sollten ECR und CPFR nicht getrennt voneinander betrachtet werden, sondern die Synergien beider Strategieansätze genutzt werden. Auch wäre es falsch, bestehende ECR-Kooperationen voreilig aufgrund der Einführung von CPFR in Frage zu stellen oder gar aufzugeben.

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Planung, Entwicklung, Prognose: So lässt sich CPFR umsetzen

Die erfolgreiche Planung und Implementierung eines CPFR-Planungsprozesses erfolgt in der Regel in drei Phasen.
 

  • Phase 1 verfolgt das Ziel, die Regeln und Grundsätze für die Zusammenarbeit von Händler und Hersteller festzulegen. Eine Kooperationsvereinbarung regelt dabei die praktische Ausgestaltung der Partnerschaft und legt die Rollen der involvierten Geschäftspartner fest. Außerdem wird schriftlich fixiert, wie die Leistung der Parteien gemessen wird. Im Anschluss daran wird ein gemeinsamer Geschäftsplan entwickelt. In diesem werden Warengruppenrollen, Warengruppenziele und Warengruppentaktiken definiert. Auf diesem Geschäftsplan basieren alle weiteren CPFR-Prozessschritte. Je besser und detaillierter der Plan ausgearbeitet ist, desto besser ist die Basis für die Zusammenarbeit im Prognosebereich.
  • In Phase 2 wird eine Abverkaufsprognose entwickelt, bei der Händler und Hersteller die erwarteten Bedarfsmengen in ihre Planung einbeziehen. Als Datenbasis dienen dafür vergangenheitsbezogene Daten wie Point-of-Sale-Daten und Lieferdaten, aber auch zukunftsbezogene Daten wie Promotionsaktivitäten. Sollte es beim Auswerten dieser Daten zu kritischen Abweichungen vom Geschäftsplan kommen (Beispiel: Prognose gegen Absatz plus oder minus 20 Prozent), wird die Abverkaufsprognose aktualisiert. Idealerweise verfügen beide Partner über entsprechende Systeme, um derartige Abweichungen zu erkennen. Haben sie eine solide Datenbasis für die Abverkaufsprognose gefunden, verknüpfen die Partner die Daten mit ihren individuellen Bestandsstrategien, um eine spezifische Bestellprognose daraus zu generieren.
  • Im letzten Schritt, der Phase 3, wird die ermittelte Bestellprognose in eine feste Bestellung umgewandelt. Die Bestellung sollte wahlweise immer vom Händler oder immer vom Hersteller getätigt werden. Wer diese Aufgabe übernimmt, sollten die Partner vorab entscheiden und von verschiedenen Faktoren abhängig machen. Beispielsweise von der Kompetenz hinsichtlich der Prozessabwicklung oder auch der Verfügbarkeit freier Ressourcen.
     

Fazit

Das erfolgreiche Umsetzen von CPFR erfordert ein engagiertes Involvement aller Beteiligten. Sie müssen bereit sein, sämtliche Prozesse hinsichtlich Planung, Prognose und Bevorratung gemeinsam zu steuern. CPFR ist vor allem Vertrauenssache, denn wichtige unternehmensinterne Informationen werden an den Partner weitergegebe