Jetzt gilt: Abstand halten!

Laut Weltgesundheitsorganisation spielt „Physical Distancing“ (also das gegenseitige Abstand halten) eine wesentliche Rolle bei der Eindämmung des Coronavirus. Für Geschäfte und öffentliche Plätze, die aktuell geöffnet sind, aber auch für solche Einzelhandelsläden, Restaurants, Bars und andere Veranstaltungsräume, die in nächster Zeit wieder öffnen können, ist es jetzt wichtig, herauszufinden, wie ein sicherer Abstand zwischen den Personen gewährleistet und eine Überfüllung ihrer Räumlichkeiten verhindert werden kann.

Unternehmen und Organisationen müssen nun Wege finden, um jederzeit sicher zu stellen, dass ihre Maßnahmen für Physical Distancing den staatlich vorgeschriebenen Regeln entsprechen und den Zweck erfüllen, Besucher sowie Mitarbeiter bestmöglich zu schützen.

Unterstützung durch Personenzählsysteme

Zu diesem Zweck bietet sich die Nutzung von Personenzählsystemen an. Technische Lösungen zur Personenzählung und Auswertung von Bewegungsströmen wurden bereits vor der Verbreitung des Coronavirus eingesetzt: etwa, um Raumkonzepte für Flughäfen oder den Einzelhandel zu entwerfen oder um Passantenströme in Innenstädten zu analysieren.

Wie können Personenzählsysteme in der Corona-Krise helfen? Das Schweizer Unternehmen Xovis gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Personenzählsystemen und hat ein Szenario für Geschäfte des Einzelhandels entworfen:
 

  • 3D-Sensoren an Ein- und Ausgangstüren zählen die Personen, welche die Räumlichkeiten betreten und verlassen.
  • Anhand der anonymen Personenzählung wird in Echtzeit abgebildet, wie viele Menschen sich in einem Raum befinden. So kann verhindert werden, dass eine festgelegte Höchstzahl an Besuchern überschritten wird.
  • Durch die Nutzung mehrerer Sensoren kann in typischerweise überfüllten Bereichen (etwa an der Kasse) der tatsächliche Abstand zwischen Personen gemessen werden. Werden vorgeschriebene Abstände unterschritten, kann eine Push-Nachricht verschickt oder eine Warnmeldung ausgespielt werden, die Mitarbeiter bzw. Besucher an die Einhaltung der Regelungen erinnert.
     


Ein solches durch Sensoren unterstütztes System hat diverse Vorteile:
 

  • Es müssen keine Mitarbeiter an Ein- und Ausgängen platziert werden, um den Besucherstrom zu kontrollieren und regulieren. Unternehmen müssen also kein zusätzliches Personal für diese Aufgabe bereitstellen und sowohl Besucher als auch Mitarbeiter sind einer geringeren Ansteckungsgefahr ausgesetzt.
  • Es besteht keine Notwendigkeit für physische Karten- oder Ticketsysteme. Auf diese Weise sind die Besucher keinen potenziell ansteckenden Gegenständen ausgesetzt, die jeder andere Kunde auch berührt.
     

Erste Projekte: Anbieter Xovis kooperiert mit dem Einzelhandel

Xovis kommt ursprünglich aus einer Branche, in der effiziente und kontrollierte Bewegungsströme ein essenzieller Faktor sind: Bei seiner Gründung 2008 hat das damalige Start-up noch ausschließlich Flughäfen bei der Zählung von Passagieren und Messung von Bewegungsströmen unterstützt. Mittlerweile wird die Technik des Schweizer Unternehmens auch dazu verwendet, Raumkonzepte für den Einzelhandel zu analysieren und entwerfen. 2018 brachte Xovis den ersten Sensor mit eingebauter Künstlicher Intelligenz (KI) auf den Markt. So können nun auch demographische Merkmale, Gruppen- und Kundenverhalten analysiert werden, ohne dass personenbezogene Daten hierfür zum Einsatz kommen. Bisher wird die Technologie vor allem im Luxus- und Bekleidungseinzelhandel eingesetzt, um sich gegen den Onlinehandel zu behaupten.
 

Screenshot der Xovis-Software

Die Xovis Software für Flughäfen: Das Xovis PTS Dashboard macht Daten sicht- und auswertbar.

In Zeiten von Corona und Physical Distancing in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sind die Experten der KI-basierten Personenzählung und Bewegungsmessung nun besonders gefragt. Die Technologie trägt masßgeblich dazu bei, diverse Geschäfte auch unter den aktuellen Bedingungen geöffnet zu halten:

Angaben des Unternehmens zufolge nutzen namhafte Lebensmitteleinzelhändler bereits Xovis-Sensoren in mehreren tausend Geschäften, um der aktuellen Lage gerecht zu werden. Das Unternehmen kommentiert keine Namen von Einzelhändlern, in der Presse finden sich jedoch Berichte über ähnliche Systeme bei Aldi, Lidl oder Edeka. Zusammen mit Integrationspartnern befindet sich Xovis in Gesprächen mit Vertretern weiterer großer Einzelhandelsketten, die ebenfalls zur Bewältigung der Corona-Krise auf Xovis Technologie setzen wollen.