Warum kommt es zu Engpässen?
 

Es gibt einige Gründe, warum es vermehrt zu Lieferengpässen bei Elektrogeräten kommt. Ein Grund dafür ist, dass es einfach zu viel Nachfrage nach den Geräten und nicht genügend Hersteller gibt. Durch die Corona-Krise mussten viele Produktionen heruntergefahren werden. Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt oder ganz abgebaut. Die enorme Nachfrage und Kaufkraft nach der Pandemie sorgen nun aber dafür, dass einzelne Hersteller nicht schnell genug wieder ihre Produktionen aufnehmen und die Nachfrage nicht bedienen können. Zudem ist der Herstellungsprozess oft komplex und es kann zu Schwierigkeiten bei der Beschaffung der erforderlichen Komponenten kommen. Dies führt zu Produktionsverzögerungen und in weiterer Folge zu Lieferengpässen. Kritisch gesehen werden kann hier vor allem, dass viele Produktionen des technischen Bereiches in China angesiedelt sind. Durch die strikten Restriktionen während Covid standen Häfen und Fabriken teils wochen- oder monatelang vollständig still. In Europa und Nordamerika hingegen gab es nur einen bestimmten Rückschritt, jedoch keinen vollständigen Stillstand. Dieses Ungleichgewicht gilt es nun erst einmal aufzuholen.

Immer mehr Produktionen schreien nach Chips und Halbleitern
 

Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Chips und Halbleitern immer weiter steigt. Die fortschreitende Digitalisierung bedeutet gleichzeitig, dass auch immer mehr technische Geräte benötigt werden. Halbleiter sind Materialien, die speziell für die Verwendung in elektronischen Geräten entwickelt wurden. Sie bestehen aus Materialien wie Silizium, Germanium und Silizium-Germanium, die sorgfältig gereinigt und mit anderen Elementen dotiert wurden, um Materialien mit spezifischen elektrischen Eigenschaften zu schaffen. Halbleiter werden in Geräten wie Transistoren, Solarzellen und integrierten Schaltkreisen verwendet und spielen eine wichtige Rolle in den elektronischen Geräten, die wir täglich benutzen. Ebenso verhält es sich mit Chips, die vom E-Auto bis hin zum Smartphone benötigt werden.

Wie funktioniert eine Lieferkette?


Eine Lieferkette ist ein Netz von Zulieferern, Herstellern, Vertriebsunternehmen und Einzelhändlern, die zusammenarbeiten, um Waren und Dienstleistungen an den Verbraucher zu liefern. Die Lieferkette beginnt mit den Rohstoffen oder Komponenten, die für die Herstellung eines Produkts benötigt werden. Diese Materialien werden dann an den Hersteller geschickt, der sie zum fertigen Produkt zusammensetzt. Das Produkt wird dann an den Einzelhändler versandt, der es an den Verbraucher verkauft. Jeder Schritt in der Lieferkette wird als Glied bezeichnet. Damit die Lieferkette effektiv funktioniert, muss jedes Glied in der Lage sein, mit den anderen Gliedern zu kommunizieren und sich mit ihnen abzustimmen. Da einzelne Glieder der Lieferketten nun ins Wanken geraten und das Aufkommen nicht schnell genug bedienen können, gibt es einen massiven Rückstau in der Produktion sowie beim Verkauf an den Endkunden.

Die Globalisierung vor dem Rückschritt? 
 

Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Globalisierung unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Es gibt jedoch Anzeichen dafür, dass eine Trendumkehr eintreten könnte. In den letzten Jahren hat der Nationalismus in vielen Teilen der Welt wieder zugenommen, nicht zuletzt durch die Corona-Krise. Dabei lässt sich nicht genau sagen, welchen Einfluss ein solcher Rückschritt auf die Weltwirtschaft hätte. Denn aufgrund des massiven Outsourcings fehlen den Industrieländern nicht nur Produktionsstätten für herkömmliche Produkte und Massenware, sondern auch das Personal. Folglich ist klar, dass es zu weiteren Lieferengpässen kommen würde und die Preise sich wohl auf Rekordniveau einpendeln würden. Zudem könnte ein Abzug von Big Playern aus Ländern wie Indien, China, Vietnam oder Bangladesch zu einem enormen Anstieg der Arbeitslosigkeit führen. Auch wenn die Arbeitsbedingungen teils scharf kritisiert werden, sind viele der entstandenen Jobs für die Menschen vor Ort die einzige Möglichkeit, um das eigene Leben zu finanzieren.
 


Rabatte wahrnehmen und Second-Hand kaufen
 

In Zeiten von Produktknappheit und dadurch resultierenden höheren Preisen, kann sich die Schnäppchenjagd für Kunden ganz besonders lohnen. Vor allem im Elektroartikel-Bereich gibt es immer wieder Möglichkeiten, von umfassenden Preissenkungen zu profitieren. Egal ob Black-Friday, Räumungsverkauf oder Sommer-Sale. Wer ein Gerät nicht unbedingt sofort benötigt, sollte in der Regel warten, bis dieses preislich reduziert wird. Zudem kann es auch sinnvoll sein, auf Second-Hand-Geräte zurückzugreifen. Hierbei herrscht ordentlich Sparpotenzial. Ein neuer Trend ist hierbei, dass Altgeräte professionell aufbereitet und dann zu einem attraktiven Preis verkauft werden. So haben Käufer die Gewissheit, dass allfällige Reparaturen durchgeführt wurden und Verschleißteile noch nicht kurz vor dem Ende ihres Lebenszyklus stehen.

Werden weniger Neugeräte nachgefragt, haben die globalen Lieferketten wieder Zeit, um sich zu erholen. Ein ruckartiger Rückgang der Nachfrage ist jedoch erst einmal nicht zu erwarten. Auch wenn das Bewusstsein sich langsam in Richtung Nachhaltigkeit verändert, ist vor allem in der Industrie die Nachfrage nach bestimmten Bestandteilen nach wie vor enorm hoch. Man darf also gespannt bleiben, wie die IT-Elektronik-Branche diese Krise meistert.