Digitalisierung bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitalisierung macht auch vor dem Einkauf nicht Halt: Die Jobprofile von Einkaufsentscheidern befinden sich im Wandel. Große Datenmengen müssen verarbeitet und ausgewertet werden.  Oft wird die Bewältigung dieser Aufgabe selbst mit den besten Tools zu einer großen Herausforderung. Ohne angemessene Fortbildungsmaßnahmen fehlt den Mitarbeitern das Know-how, um die aufkommenden Effizienzpotenziale zu nutzen. „Vor diesem Hintergrund ist es allerdings verwunderlich, dass die Hälfte der Befragten angab, keine berufliche Fortbildung im Einkauf durchlaufen zu haben“, schreibt Doreen Schlicht, CMO & Human Resources von „Wer liefert was“, im Vorwort des Einkäufer-Gehaltreports. „Daher kann ich nur an die Verantwortlichen appellieren, in die Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren.“

Fortbildung als Gehaltstreiber

Lediglich 39 Prozent der Befragten haben sich bereits fortgebildet. Dabei lohnen sich Fortbildungen im Einkauf für die Arbeitnehmer auch finanziell: Einkäufer und Einkaufsleiter, welche eine Fortbildung durchlaufen haben, verdienen grundsätzlich mehr als ihre Kollegen ohne Fortbildung. Bei den befragten Einkäufern beläuft sich das Gehalts-Plus auf rund 7.000 Euro. Einkaufsleiter mit Fortbildung erhalten circa 5.000 Euro mehr.

Der Einkauf der Zukunft

Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt des Einkaufs grundlegend verändern. Das unterstützen auch die Ergebnisse des Einkäufer-Gehaltreports:
 

  • 87 Prozent der Befragten glauben, dass die Digitalisierung den Einkauf positiv beeinflussen wird.
  • 50 Prozent erwarten, dass sie sich nicht als Jobvernichter erweisen, sondern zu vielfältigeren Aufgaben führen wird.
  • 53 Prozent der Teilnehmer sprechen der Automatisierung der Supply Chain das größte Potenzial zu, den Einkauf nachhaltig zu verändern.

Treiber der Entwicklung ist allerdings der Faktor Mensch. Daher bleiben Fortbildungen im Einkauf, sowohl hinsichtlich Know-how zur Digitalisierung als auch zu Verhandlungsstrategien, für den Einkaufserfolg wichtig.

Frauen weiterhin im Nachteil

Auch 2018 verdienen weibliche Einkaufsentscheider weniger als ihre männlichen Kollegen. Der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern im Einkauf beläuft sich auf durchschnittlich 14 Prozent. 2016 und 2017 waren es noch 20 Prozent, 2015 sogar 25 Prozent. Ob sich hier eine nachhaltige Entwicklung in Richtung gleicher Bezahlung abzeichnet oder es sich lediglich um einen kurzzeitigen Trend handelt, bleibt abzuwarten.