Cloud-Lösungen gewinnen als Supply-Chain-Trend an Bedeutung

Cloud-Software gewinnt mehr und mehr Marktanteile in allen Bereichen. Der Grund hierfür: Cloud-Software ist im Vergleich zu On-Premise-Lösungen wesentlich schneller, leistungsfähiger und skalierbarer. Besonders in der Supply-Chain-Logistik gewinnt die Cloud zunehmend an Bedeutung. Wenn in einer globalen Lieferkette verstärkt auf leistungsstarke Cloud-Lösungen gesetzt wird, müssen sich alle Beteiligten mittelfristig auf diese Entwicklung einstellen, um kompatibel mit den Systemen der Zulieferer und Abnehmer zu sein.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in diesem Zusammenhang ist die Verarbeitung von Daten. Riesige Datenmengen, wie sie in Lieferketten existieren, bedürfen einer adäquaten Auswertung, um dem Management eine solide Basis für Entscheidungen zu bieten. Mit steigender Verfügbarkeit hoch performanter Supply-Chain- und Bestands-Software lässt sich diese Herausforderung meistern.

Agiles Netzwerken als Trend im Supply Chain Management

In einer Studie hat Cloud-Dienstleister Onventis in Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein und dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) Unternehmen zur Relevanz digitaler Netzwerke im Einkauf befragt. Das Ergebnis der Umfrage: Der Trend geht klar zum agilen Netzwerken und zur kollaborativen Zusammenarbeit. „Ohne eine elektronische Vernetzung dauern Abstimmungsprozesse erheblich länger und sind somit prozesskostenintensiver“, so Onventis-Geschäftsführer Frank Schmidt. „Die Leistung von Beschaffungsplattformen besteht somit primär darin, die Koordinationsprozesse merklich zu vereinfachen, damit die Kooperationspartner durch ein abgestimmtes Verhalten eine bessere Marktleistung erreichen können.“

Neuer Supply-Chain-Trend: E-Commerce immer mehr B2B-Thema

E-Commerce an sich ist nichts Neues. Neu ist der Supply-Chain-Trend, dass E-Commerce auch im B2B-Segment eine immer größere Rolle spielt. Der Grund hierfür: Die Menschen haben sich so an das Einkaufen via Internet gewöhnt, dass sie ihre persönlichen Präferenzen in ihre Routine am Arbeitsplatz integrieren. Vor allem Großhändler werden deshalb im E-Commerce Fuß fassen wollen, da Einzelhändler und andere Großhandels-Kunden im Internet nach Einkaufsmöglichkeiten suchen werden.

Das führt zu einer Vielzahl an neuen Herausforderungen für Distributoren. Sie müssen eine intuitive und integrierte E-Commerce-Plattform stellen, auf die Kunden Zugriff haben. Eine smarte User Experience sowie das Mithalten mit den hohen Service-Levels von Wettbewerbern sind dabei nur zwei der Herausforderungen.

Omnichannel Revenue Management

Die Einzelhandelslieferkette befindet sich in einem massiven Wandel und setzt immer mehr auf Omnichannel Management, also das umfassende Kundenerlebnis über alle Werbe- und Verkaufsplattformen hinweg. Das belegt eine Studie von ARC (führendes Technologie-Marktforschungsunternehmen für Industrie und Fertigung) und DC Velocity (marktführende Medienmarke für den Informationsbedarf von Logistik- und Supply-Chain-Managern). Immer mehr Einzelhändler setzen bereits auf Omnichannel Management, um ihren Umsatz zu steigern, den Marktanteil zu erhöhen und die Kundenbindung zu verbessern. Laut ARC und DC Velocity müssen viele B2B-Unternehmen aber ihre Multichannel-Fähigkeiten ausbauen. So haben laut Umfrage viele Einzelhändler Schwierigkeiten, die Rentabilität ihrer Omnichannel-Maßnahmen zu messen.

Autonomes Fahren und die Alternativen

Die Industrie klagt weiter über massiven Fahrermangel im Transportwesen. Vielleicht fragen Sie sich nun, ob eine Lohnerhöhung für Fahrer diesen Umstand nicht ändern könnte? Viele Spediteure stellen diese Option aktuell an zweite Stelle und diskutieren stattdessen darüber, ob autonome Fahrzeuge eine Lösung des Problems darstellen könnten.

Mit dem aktuellen technologischen Stand der Dinge ist dies jedoch Zukunftsmusik. Zu groß sind noch die technologischen Herausforderungen, um die Vision des völlig autonom funktionierenden Lkw wahr werden zu lassen. Da autonome Fahrzeuge auf kurze Sicht also keine Option für die Spediteure darstellen, lässt sich ein weiterer Supply-Chain-Trend feststellen: Spediteure setzen vermehrt auf den Einsatz von Lösungen für das Transportmanagement und die Gestaltung von Transportnetzwerken, um so Leermeilen und damit den Bedarf an Fahrern zu reduzieren.

Robotik in der Lagerhaltung

Der Umfang der Kommissionierung – bedingt durch Omnichannel und E-Commerce – hat den Bedarf an Lagerarbeitern erhöht. Obwohl beispielsweise in den USA bis zu 15 Dollar pro Stunde an Fachkräfte bezahlt werden, sind diese nur schwer zu finden. Die Logistikdienstleister untersuchen deshalb aktiv den Einsatz autonomer mobiler Roboter, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen. ARC wird auf dem ARC Annual Industry Forum im Februar in Orlando ausführlich über autonome mobile Roboter diskutieren. Es scheint so, als ob in den nächsten Jahren die Anforderungen der Logistik zu einem Umsatzboom in der Robotik führen werden. Eines der ganz großen Themen hierbei: Bots, die im Rahmen von Robot as a Service (RaaS) angeboten werden. Interessant sind diesbezüglich vor allem Chatbots: Jeder vierte Deutsche kann sich mittlerweile die Interaktion mit den virtuellen Kunden-Assistenten vorstellen (Quelle: bitkom-Studie).

Last-Mile-Logistik: Supply-Chain-Trend mit hohem Potenzial

Auch die Zustellung befindet sich im Wandel. Ein großes Thema in diesem Zusammenhang: die Last-Mile-Logistik, also der letzte Abschnitt im Zustellprozess, bei dem eine Bestellung vom Vertriebszentrum zum Endkunden geschickt wird. Die Last-Mile-Logistik gilt als besonders schwer zu kontrollierender Schritt in der Lieferkette. Ein neuer Supply-Chain-Trend ist hier die „Uberization”. Das Unternehmen Uber konnte mit seinem Ansatz, Fahrten im Sinne der Shared Economy zu vermitteln, in vielen Ländern den Taximarkt durcheinanderwirbeln.

Der Ansatz findet Einzug in der Logistikindustrie. Unternehmen suchen nach neuen Wegen, ihre Lieferungen zu optimieren. Distributoren können zum Beispiel durch Zurückgreifen auf unabhängige Subunternehmer für die Lieferungen auf das Führen einer eigenen Flotte verzichten. Manche lagern die Logistik sogar gänzlich an externe Logistikdienstleister (kurz: 3PL-Unternehmen) aus. „Uberization” scheint im Vergleich zu den anderen Supply-Chain-Trends in der Logistik das größte Potenzial zu besitzen.

Der Hype um digitale Technologien wird sich fortsetzen

Technologien wie Blockchain, 3D-Druck, Internet of Things (IoT), maschinelles Lernen und verwandte Technologien bleiben im Aufwind. Allerdings sind diese Technologien alle noch unterschiedlich stark ausgereift. So ist im Bereich der Blockchain-Technologie noch viel Luft nach oben, während beispielsweise mobile Robotik bereits sehr weit entwickelt und auch im Einsatz ist.

Fazit

2018 war für das Supply Chain Management erneut ein Jahr, das von der Digitalisierung und dem damit verbundenen Wandel geprägt war. 2019 wird sich diese Entwicklung fortsetzen. Die Lieferketten entwickeln sich fortlaufend weiter; behalten Sie daher die aktuellen und kommenden Supply-Chain-Trends im Auge. Das bietet Ihnen die Chance, einen Vorsprung zu Ihren Mitbewerbern zu erlangen.