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Transportwege im Vergleich

Business Management

Transportwege im Vergleich – Straße, Schiene, Wasser oder Luft?

Laut Statistischen Bundesamt beträgt der Anteil an Lkw innerhalb der gesamten Transportleistung im Güterverkehr aktuell mehr als 70 %, für 2017 wird ein ähnlicher Wert prognostiziert. Neben diesem Hauptverkehrsmittel im Logistikbereich gibt es jedoch noch andere Möglichkeiten, Waren schnell und wirtschaftlich von einem Ort zum anderen zu transportieren. Jedes dieser Transportmittel hat eigene Vorzüge und natürlich seine Schwächen. 

Verkehrsträger im Transportwesen

Zur Abwicklung von Gütertransporten können unterschiedliche Transportmittel eingesetzt werden. Insgesamt unterscheidet man im Transportverkehrswesen fünf verschiedene Hauptverkehrsträger, die die grundsätzliche Infrastruktur für den Einsatz eines bestimmten Verkehrsmittels liefern:

  • Straßenverkehrsnetz
  • Schienennetz
  • Binnenwasserstraßen
  • Hochsee
  • Luftraum  

Eine Sonderform stellen Pipelines dar, die den Transport von Energieträgern oder Wärmeenergie übernehmen. Jedem Verkehrsträger sind die entsprechenden Verkehrsmittel wie Lkw für den Güterkraftverkehr oder Trockengüterschiffe und Tankschiffe für die Binnenschifffahrt zugeordnet.

Wichtige Basis der Entscheidung für ein bestimmtes Transportmittel ist immer die Verfügbarkeit der erforderlichen Infrastruktur. Die Logistikabteilung im Unternehmen ermittelt den wirtschaftlichsten Transportweg. Dabei werden die Kombination aus Warenart und -menge, die erforderliche Transportgeschwindigkeit sowie Start- und Zielpunkt der Waren und Güter berücksichtigt. Bei Bedarf kann die Transportkette aufgeteilt werden. Beim sogenannten multimodalen Verkehr kommen zwei oder mehrere Verkehrsträger für einen Warentransport zum Einsatz. 

Güterkraftverkehr – flexibel, aber teuer

Lkw, Tieflader und für geringe Warenmengen Lieferwagen übernehmen den Transport auf der Straße. Je nach Größe des Transportfahrzeuges wird das gesamte Straßennetz genutzt. In der Regel beschränkt sich die Verfügbarkeit jedoch auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen. Seit 2005 gilt auf deutschen Straßen die Lkw-Maut, die zentral verwaltet wird. Die Höhe der Maut richtet sich nach Fahrzeugart, Schadstoffausstoß und Achsanzahl. Der größte Vorteil des Güterverkehrs auf der Straße ist sicher die hohe Flexibilität und Mobilität. Durch gut ausgebaute Straßen sind fast alle Ziele unkompliziert zu erreichen, ein direkter Haus-zu-Haus-Transport ist problemlos realisierbar. Hinsichtlich der Transportgeschwindigkeit punktet der Lkw ebenfalls im Vergleich mit anderen Transportmitteln. Als nachteilig sind folgende Punkte zu bewerten:

  • Eingeschränktes Transportvolumen
  • Hohe Transportkosten durch hohe Kraftstoffpreise und Mautgebühren
  • Umweltbelastend
  • Witterungsabhängig
  • Unwägbarkeiten durch hohes Verkehrsaufkommen auf den Straßen  

Auf kürzeren Strecken und im Haus-zu-Haus-Verkehr spielt der Güterverkehr seine Vorteile voll aus. Aufgrund der ausgezeichneten Straßeninfrastruktur in Europa können mit dem Lkw die meisten Ziele angefahren werden. Der Güterverkehr wird deshalb oft in Kombination mit Schiene, Wasser oder Luft im multimodalen Verkehr eingesetzt. 

Schienenverkehr – für lange Wege und große Mengen

Wohin Waren per Schiene geliefert werden können, hängt eng mit dem jeweiligen Ausbau des Verkehrsträgers zusammen. Die Vorteile des Güterverkehrs auf der Schiene liegen in der großen Ladekapazität. Auf Langstrecken ist ein Zug nicht nur schnell, sondern auch umweltfreundlich und erzeugt im Vergleich geringe Transportkosten. Als nachteilig am Schienenverkehr erweisen sich in der Praxis folgende Aspekte:

  • Wenig Gleisanschlüsse
  • Hoher Anteil an gebrochenem Verkehr
  • Umladung auf dem Transportweg erforderlich
  • Fahrpläne und Streckennetz sind unflexibel

Der Schienenverkehr ist bestens als umweltfreundliches und wirtschaftliches Transportmittel für große Warenvolumen geeignet, wenn die erforderliche Verkehrsinfrastruktur vorhanden ist. In Kombination mit weiteren Verkehrsträgern können nahezu alle nationalen und internationalen Ziele angesteuert werden. 

Schifffahrt – unterwegs auf Fluss und Meer

Wasserwege werden als Verkehrsmittel meist dann genutzt, wenn große Kapazitäten transportiert werden müssen. In der Seeschifffahrt kommen Container zum Einsatz, die auf speziellen Containerschiffen bis nach Übersee transportiert werden. Die Binnenschifffahrt transportiert ebenfalls Container, zum Beispiel vom Inland zu den Überseehäfen, oder Stück- und Schüttgutfrachter. In Bezug auf Umweltfreundlichkeit und Energieverbrauch punktet die Schifffahrt mit überzeugenden Werten, auch im Kostenvergleich je Tonnenkilometer (tkm) steht die Schifffahrt gut da. Folgende Nachteile machen das Transportmittel oft nur eingeschränkt nutzbar:

  • Lange Transportzeiten
  • Hoher Anteil an multimodalem Verkehr
  • Geringe Verkehrsdichte in der Binnenschifffahrt
  • Lange Vor- und Nachläufe in der Seeschifffahrt
  • Witterungsabhängig (insbesondere die Seeschifffahrt)  

Transportschiffe sind auf Flüssen, Kanälen, Meeren und Unterläufen von Flüssen unterwegs und ideal für große Transportvolumen und weite Strecken. Häufig ist die Schifffahrt Teil im multimodalen Verkehr. 

Luftverkehr – schnell unterwegs durch die Lüfte

Die Geschwindigkeit von Flugzeugen ist im Vergleich mit anderen Transportmitteln ungeschlagen. Schnell und sicher transportieren Güterflugzeuge auf den vorhandenen Luftstraßen selbst empfindlichste Waren, die nur geringe Lagerzeiten aushalten. Die Nachteile liegen allerdings auf der Hand:

  • Hohe Transportkosten je tkm
  • Gewichts- und Volumenbegrenzungen durch eingeschränkte Frachträume
  • Hoher Anteil an multimodalem Verkehr
  • Sehr umweltbelastend

Geht es darum, frisches Obst, Gemüse oder andere empfindliche Waren auf weiten Strecken schnell zu transportieren, liegt der Luftgüterverkehr an erster Stelle. Auch für Transporte nach Übersee sind Flugzeuge bestens geeignet. Vom Flughafen aus werden die Güter per Schiene oder Straße zum Zielpunkt befördert. 

Es kommt darauf an!

Das perfekte Verkehrsmittel im Gütertransport gibt es nicht. Jede Variante hat Abhängigkeiten, die berücksichtigt werden müssen. Die Art und Menge der Waren sind ein wichtiger Aspekt für die Auswahl. Insbesondere dann, wenn Unternehmen Wert auf Nachhaltigkeit legen, spielt der Energieverbrauch der jeweiligen Transportmittel eine entscheidende Rolle. Vielfach empfiehlt sich eine Mischvariante der Verkehrsträger, die multimodalen Verkehr innerhalb eines logistischen Netzwerks ermöglicht. Eine gründliche Kalkulation ist Grundvoraussetzung zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit, die ein Verkehrsträger im Einzelfall zum Warenumsatz beiträgt.

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